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Das White Pages Telefonbuch

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Die Menschen in Berlin. Letztes Telefonbuch der ehemaligen Volkshauptstadt 1941

Ein Telefonbuch enthält den Kriminalroman einer Großstadt. Die Geschichte von 250 Menschen, deren Namen, Stellenbezeichnung und Anschrift er im 1941er Berlinischen Telefonbuch fand, wird von Hartmut Jäckel aufbereitet. Das vorliegende Werk konzentriert sich auf Alltag und Dasein. Iring Fetscher stellt fest, dass Hartmut Jäckels Bewertung des letzen Telefonbuchs der Hauptstadt des Reiches ein Beleg dafür ist, dass Telefonverzeichnisse alles andere als eintönig sein müssen.

Durch die alphabetische Anordnung der Kurzbiografien eignet sich das Werk auch als Nachweis. Insbesondere bezieht er sich auf die damals noch bestehenden Telefonverbindungen der Berlinjuden, d.h. auf die hinter den Zahlen verborgenen Geschicke, aber auch auf die Information über die Verpflichtung der damaligen bürokratischen jüdischen Gesetzgebung zu deren Kennzeichnung. Die Begeisterung von Eckhard Jesse für das "erzählerische Talent", mit dem Hartmut Jäckel das 1941 entstandene Telefonbuch von Berlin zum Klingen bringen will, ist groß.

Der Gutachter betont insbesondere, dass Jäckel, der in seinen Portraits nicht nur namhafte Personen abbildet, keinem festen Schema folgt, sondern immer "die Funktion im Dritten Reich nachzeichnet". Ein origineller Gedanke, der zudem durch "Vermeidung von Übertreibungen" fesselt, so das abschliessende Kompliment eines Kritikers, der offensichtlich viel Spaß daran hatte, ihn zu lesen.

Die Begeisterung für dieses Werk, das seine Entstehung einem "atemberaubenden" Flohmarkt der Autorin zu verdanken hat, ist bei Marcus Sander groß. Aus den Tatsachen des Telefonbuches von 1941 habe Jäckel mehr als 200 Miniaturportraits erstellt und nicht zuletzt ein Bild vom damals "Zusammenleben von Betroffenen und Tätern" in Deutschland vermittelt, lobte der Kritiker. Besonders freut es ihn, dass der Verfasser seine Biographien dennoch nicht an einer "einfachen Täter-Opfer-Zuschauermatrix" mißt und dass sein Wort daher offen für Fragestellungen ist.

Schließlich lobt Sander das Werk als "kenntnisreiches Handbuch und Lesebuch", das, so Sander, einen sehr erfolgreichen Blick in die Historie ermöglicht. Das ist eine großartige Sache, sagt Sabine Vogel. Nehmen wir ein Berlin Telefonbuch von 1941: Damals wurden insgesamt rund 350.000 Einträge gemacht, darunter viele Personen, die man nicht erwartet hätte.

Das ist eine großartige Sache, aber bedauerlicherweise nicht clever durchgedacht, ergänzt Vogel. Doch Vogel hält die Willkür der Selektion nicht für problematisch, sondern für die schlichte zeitliche Präsentation der Biographien, die einerseits viel historisches Wissen über die institutionellen Kontexte der Zeit voraussetzt und andererseits auf biographische Verschlechterung verzichtet. Bei den Biographien handelt es sich um die biographische Aufarbeitung. Einige der eingeführten Telefonteilnehmer gewannen erst nach 1945 an Gewicht, andere hatten ihren beruflichen Höhepunkt in der Sowjetrepublik, Vogel beschwert sich über die unsystematischen und jüngeren Leserschaften, die das Handeln des Verfassers überforderten.

Es ist eine großartige Sache, aber unglücklicherweise wurde sie weggegeben.

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